Ziegelherstellung in Klosterbeuren
2. Ziegelherstellung

Die getrockneten Formlinge werden so auf die
Ofenwagen gestapelt, daß beim Brennen mög-
lichst wenig Energie benötigt wird.

Aufwändige Warmluft-Leitsysteme sorgen für
größtmögliche Nutzung aller Abwärme

Die Trockenanlage wird zu über 90% mit
Abwärme aus dem Tunnelofen betrieben.
Unsere eigene Ingenieure haben zusammen mit den Anlagenherstellern eine Technik entwickelt, bei der nahezu alle überschüssige oder freiwerdende Energie sinnvoll wiederverwertet werden kann. So wird die Energie für den Ziegeltrockner zum größten Teil aus der Kühlluft-Abwärme des Tunnelofens gewonnen. Weitere ergiebige Energiequellen des Trockners sind Wärmetauscher an der Tunnelofenwagenkühlung, der Rauchgasnachverbrennung und die eigene Trockner- abluft selbst. Alle Energieströme werden über hoch- sensible und eigens programmierte Prozessrechner geregelt. Am Wochenende, wenn das Energieangebot aus den Wärmetauschern und dem Tunnelofen geringer ausfällt, wird automatisch per Sparschaltung die Trocknungs-Geschwindigkeit reduziert und nur jeder zweite Umwälz-Lüfter betrieben.
Auch beim Tunnelofen selbst wird die benötigte Energie konsequent äußerst sparsam eingesetzt: Die Brennerzuluft wird vorgewärmt, nur die Hälfte der Brennerreihen wird mit Sekundärluft betrieben, die Tunnelofenwagen sind spezielle Leichtkonstruktionen und die Ofensteuerung über Computer reduziert die Rauchgasverluste auf ein absolut notwendiges Minimum.
Die Ziegel sind zum Brennen so auf den Ofenwagen gestapelt, dass möglichst wenig Energie zugeführt werden muss. Zum Brennen der Ziegel wird aus- schließlich das vergleichsweise emissionsarme Erdgas verwendet und damit ein wesentlicher Beitrag zum Umweltentlastung geleistet. Und durch die direkte Pipeline zum Ziegelwerk fallen keine Transportwege per LKW an. Das alles trägt tagtäglich dazu bei, wertvolle Energie von Anfang an einzusparen und am Ende unsere Umwelt wirksam zu schützen. Bis zum Schluss wird jede Chance technisch genutzt, Energie wiederzuverwenden, bevor sie endgültig verloren geht. Dazu braucht man engagierte Ingenieure und Mitarbeiter, die es als eine selbstverständliche Herausforderung sehen, den Herstellungsprozess mitzugestalten. Auf diese Weise wird auch ihr eigener Arbeitsplatz zu einem der modernsten und umwelt- verträglichsten in der ganzen Branche. Dazu gehört aber auch ein Führungsteam, das bereit ist, mehr als notwendig freiwillig in neue Technologien zu investieren und den Menschen die erforderlichen Freiräume für ihre Kreativität zuzugestehen.
Als Produzent eines der natürlichsten Baustoffe der Erde müssen wir nicht nur unserem Ziegel alle Aufmerksamkeit widmen, sondern ganz besonders auch der Natur, aus der wir den Rohstoff für seine Herstellung gewinnen. Sie ist unser wertvollstes Gut.
Luftreinhaltung - freiwilliger Aufwand setzt weltweiten Maßstab

Die Rauchgasreinigungsanlage filtert Schad-
stoffe aus dem Rauchgas und gewinnt daraus
neue Energie, die wieder dem Produktions-
prozeß zugeführt wird
Durch die in unseren Werken eingesetzte, hoch- entwickelte Technik wurde der Energieverbrauch in den letzten Jahren erheblich gesenkt. Beim Brand von Ziegeln entstehen organische Schadstoffe, aber auch anorganische Stoffe, wie Fluor oder Schwermetalle. Diese finden sich normalerweise in der Brennerabluft wieder und belasten die Umwelt. In Klosterbeuren haben wir deswegen für beide Werke jeweils eine äußerst wirksame Rauchgasreinigung bauen lassen. Sie besteht aus einer Filteranlage und einer thermischen Rauchgas-Nachverbrennung. Diese Umweltschutzmaßnahme wurde mit einem freiwilligen Investitionsaufwand in Höhe von 2 Millionen Euro für die beiden Anlagen realisiert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Schadstoffemissionen konnten um 99% reduziert werden! Im Ziegelwerk Klosterbeuren haben wir jetzt fast eine "Null-Emission". die Anlagen bestehen aus jeweils 3 Brennreaktoren, Kalkfilter und Edelstahlkamin.
Und so funktioniert das System: Die Filteranlage mit einer Schüttung aus Jurakalk wird von den Rauchgasen durchströmt. Dabei bindet sich der Kalk mit Fluor zu Gips, während die Schwermetalle aufgrund ihrer höheren Schwerkraft abgeschieden werden. Die Entsorgung der Reaktions- produkte erfolgt auf einer Deponie, könnte aber aufgrund der Umweltverträglichkeit auch auf jeder Bauschuttdeponie vorgenommen werden.
Bei der Nachverbrennung fallen dagegen keine Nebenprodukte an: hier oxidieren alle organi- schen Schadstoffe bei einer Brennkammer-Temperatur von 820°C rückstandslos zu Wasser und CO2. Die Reaktoren laufen mit Gasbrennern und sind von keramischen Wärmetauschern umgeben. Die beiden neuen Anlagen im Ziegelwerk Klosterbeuren setzen weltweit Maßstäbe beim Umweltschutz in der Ziegelproduktion.



