Schüler bauen Haus mit Ziegeln aus Klosterbeuren


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Allgäuer Unternehmen unterstützt Projekt der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Rankweil

Klosterbeuren (jm).
Baupraxis in Reinkultur: Das Ziegelwerk Klosterbeuren und die Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Rankweil in Vorarlberg haben mit einem gemeinsamen Projekt neue Maßstäbe gesetzt. Das Allgäuer Unternehmen unterstützte die Schule mit hochmodernen ThermoPlan-Ziegeln, die angehenden Techniker und Ingenieure bauen damit in dritter Generation ein „Übungshaus“.

„Das ist ein Projekt der besonderen Art. Es macht uns stolz, dass wir ein Teil dieser Geschichte von gelebter Baupraxis sind. Denn wer hat schon die Möglichkeit, zu üben, wie man ein Haus baut. Das Projekt der Lehranstalt in Rankweil spiegelt zugleich unsere Firmenphilosophie wider: Theorie ist wichtig, aber erst in der Praxis lernt man, auf was es beim Bau eines ökologisch sinnvollen und energie-effizienten Ziegelhauses ankommt“, sagt Thomas Thater, kaufmännischer Geschäftsführer des Ziegelwerks Klosterbeuren.

Die angehenden Techniker und Ingenieure der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Rankweil verarbeiten für das neue Übungshaus die modernste Generation gefüllter ThermoPlan-Ziegel sowie normale Planziegel nach modernsten Richtlinien. Eine Besonderheit ist der vom Ziegelwerk Klosterbeuren mitentwickelte „ThermoPlan-Ziegel MZ“, der erst seit kurzer Zeit auf dem Markt ist. Der hochmoderne Ziegel erreicht durch die mit Steinwolle gefüllten Kammern bei 36,5 cm Wanddicke einen U-Wert von 0,18 W(m2K).Das Ziegelwerk Klosterbeuren hatte der Einrichtung in Österreich insgesamt rund 22 Paletten Ziegel für das komplette Haus gesponsert. Darunter waren die aktuellen Top-Produkte MZ8, S9 und TS Quadrat. Mit den Energiesparziegeln der neuesten Generation lassen sich ohne Zusatzdämmung Energiespar- und Passivhäuser verwirklichen.

„Das bietet Bauwilligen ganz neue architektonische Freiheiten und eine sehr hohe Investitionssicherheit. Denn stabil gebaute, energieoptimierte Häuser haben einen sehr hohen Wiederverkaufswert. Durch das Einhalten der jeweiligen Normen können Bauherren zinsgünstige Darlehen und Fördermittel in Anspruch nehmen“, sagt der technische Geschäftsführer des Ziegelwerks Klosterbeuren,  Hubert  Thater.

Die Partnerschaft zwischen der Lehranstalt in Rankweil und dem Ziegelwerk Klosterbeuren besteht seit 2010 und soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Die angehenden Techniker und Ingenieure konnten sich bei einer Werksbesichtigung über die Herstellung der von ihnen beim Übungshaus verarbeiteten Produkte und die aktuellen Verarbeitungstechniken informieren. Begeistert zeigten sie sich von der vollautomatischen Produktion. Das Allgäuer Unternehmen produziert hier neben normalen Hochlochziegeln auch plangeschliffene Ziegel.

Über die Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt

Die Höhere Technische Lehranstalt (HTL), Höhere Technische Bundeslehranstalt (HTBLA) und Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt (HTBLuVA) in Österreich sind berufsbildende höhere Schulen, mit Schwerpunkt auf technischen Fächern. Die Lehranstalt in  Rankweil setzt auf die Fachrichtungen Elektronik, Bautechnik, Holztechnik und Innenraumgestaltung. Die Bildung und Ausbildung sieht unter anderem vor, Schüler zu einer selbständigen Lebensgestaltung zu führen. Das primäre Ziel ist jedoch, die Schüler für das gesamte Spektrum der Ingenieurtätigkeiten bis hin zu Führungsaufgaben in Industrie und Wirtschaft vorzubereiten. Darüber hinaus forciert die Einrichtung nach Möglichkeit eine fundierte Allgemeinbildung. Die Schüler sollen sich präsentieren können, sich sprachlich und inhaltlich auf gehobenem Niveau ausdrücken und sich entsprechend benehmen können. An Höheren Technischen Lehranstalten werden drei Ausbildungsformen angeboten: Die Fachschulen sind vierjährige Lehrgänge der berufsbildenden mittleren Schule, die (in der Regel) nach Absolvierung der achten Schulstufe (Hauptschule oder Unterstufe der AHS) besucht werden. Die Normalform der Höheren Abteilungen wird ebenfalls in der Regel nach der achten Schulstufe besucht. Die fünfjährige Ausbildung schließt mit der Diplom- und Reifeprüfung ab. Postsekundäre Sonderformen der HTL werden für Personen mit Lehrabschluss, Meisterprüfung oder Matura (Kolleg) in Tagesform oder der berufsbegleitenden Abendform geführt. Die Ausbildungsdauer ist nach Vorbildung gestaffelt.

Mit gesetzlicher Einrichtung der Fachhochschulen wurde übergangsweise bis 2006 für HTL-Absolventen die Möglichkeit geschaffen, die Bezeichnung „Dipl.-HTL-Ing.“ zu erlangen. Die größte HTL Österreichs befindet sich in Mödling. Mit 3.500 Schülern ist sie gleichzeitig die größte Schule Europas. Die Schulen unterstehen dem Stadt- beziehungsweise Landesschulrat. Manche Schulen dieser Art haben aus historischen Gründen und wegen ihrer Einmaligkeit den Status einer Technischen und Gewerblichen Lehranstalt (TGLA) und unterstehen direkt dem Ministerium.
Quelle: Ziegelwerk Klosterbeuren  | Klosterbeuren  | 09.09.2011