Rauchgasreinigungsanlage vorgestellt
Umweltminister würdigt Investitionen in moderne Anlagentechnik
Klosterbeuren
Im Rahmen eines Besuchs im Ziegelwerk Klosterbeuren informierte sich Bayerns Umweltminister Dr. Thomas Goppel über die Produktionsprozesse und die damals neu installierte Rauchgasreinigungsanlage. Dabei würdigte er die Investitionen des Unternehmens in moderne Anlagentechnik und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Standorts.
Zahlreiche Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik nahmen an der Veranstaltung teil. Geschäftsführer Thomas Thater stellte das Unternehmen und die Herstellung von Hintermauerziegeln vor. Die Produkte finden Anwendung in unterschiedlichen Bauvorhaben, vom Einfamilienhaus bis hin zu größeren Gewerbe- und Industriegebäuden. Zur Abdeckung verschiedener Anforderungen produziert das Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlicher Ziegelformate und ergänzt das Sortiment durch weitere Handelsprodukte.
Nach Angaben des Unternehmens setzte das Ziegelwerk bereits frühzeitig auf die Weiterentwicklung seiner Produkte und Produktionsverfahren. Dabei wurde insbesondere auf Anforderungen im Bereich Wärmeschutz und energieeffizientes Bauen reagiert. Gleichzeitig betonte Thater die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung von Baustoffen über Herstellung, Nutzung und weitere Lebenszyklusphasen hinweg.
Auch Geschäftsführer Hubert Thater ging auf die Anforderungen industrieller Produktionsprozesse ein. Ziel sei es, technische Möglichkeiten zur Verringerung von Emissionen und zur Optimierung von Produktionsabläufen konsequent zu nutzen. Als Beispiel hierfür stellte das Unternehmen die neue Rauchgasreinigungsanlage vor.
Darüber hinaus wurden weitere technische Maßnahmen vorgestellt, darunter Tunnelofen-Absauganlagen, geräuschreduzierte Flurförderzeuge, lärmmindernde Transportfahrzeuge sowie ein Regenrückhaltebecken mit Ölabscheider und Schlammfang. Nach Unternehmensangaben wird darüber hinaus ein Folienrücknahmesystem eingesetzt, über das Verpackungsfolien wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden.
Im Rahmen seines Besuchs hob Umweltminister Dr. Thomas Goppel insbesondere die Investitionen des Unternehmens in moderne Produktions- und Umwelttechnik hervor. Auch Bürgermeister Theo Lehner betonte die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts für die Region und würdigte die kontinuierlichen Investitionen des Unternehmens.
Wegweiser
Rauchgasreinigungsanlage – Funktionsweise
Im Rahmen der Betriebsbesichtigung erläuterte Geschäftsführer Hubert Thater die Funktionsweise der Rauchgasreinigungsanlage. Das Rauchgas aus den Ziegelbrennöfen wird zunächst im sogenannten Thermoreaktor von rund 170 Grad Celsius auf etwa 800 Grad Celsius erhitzt. Dabei werden organische Kohlenstoff- und Wasserstoffverbindungen oxidiert.
Anschließend wird das behandelte Gas innerhalb der Anlage über keramische Füllkörper wieder abgekühlt. In einem nachgeschalteten Fluorfilter werden anorganische Bestandteile durch Kalkschüttungen gebunden. Vor dem Austritt über den Kamin erfolgt eine weitere Temperaturanpassung über Wärmetauscher. Die dabei zurückgewonnene Wärme wird innerhalb des Produktionsprozesses für Trocknungszwecke genutzt.
Nach Angaben des Unternehmens zeigten erste Messungen nach Inbetriebnahme der Anlage einer Unterschreitung der geltenden gesetzlichen Emissionsgrenzwerte. Die Investition wurde vom Unternehmen ohne öffentliche Zuschüsse oder zinsvergünstigte Darlehen finanziert.
Quelle: Illertisser Zeitung | 12.07.1994
Überarbeitet: Hörl+Hartmann | Klosterbeuren | 10.08.2026 (nach EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825)





