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Mustergültige Ökobilanz – Rauchgasreinigungsanlage vorgestellt

 Umweltminister lobt Firmenengagement - Vorausschauend investiert

Als ein riesiges Werk, das fast symbiotisch in der Landschaft verschwinde, sich als nahezu idealtypisch präsentiere und dazu eine vorbildliche Ökobilanz aufweise, bezeichnete Bayerns Umweltminister Dr. Thomas Goppel das Klosterbeurer Ziegelwerk. Hier werde nicht nur den Vorschriften genügt, sondern auch vorausschauend investiert. Goppels Gesamtfazit lautetet demnach auch "mustergültig".

Zahlreiche Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik fanden sich am vergangenen Samstag im Klosterbeurer Ziegelwerk ein. Geschäftsführer Thomas Thater stellte den Betrieb in dem sogenannte Hintermauerziegel hergestellt werden, vor. Diese fänden vielseitige Verwendung, vom kleinen Einfamilienhaus bis hin zum Industriebau. Für diese komplexen Anforderungen stellt die Firma über 100 verschiedene Ziegelformate her, weitere 100 tauchen als Handelsware auf. Das Gut "Backstein" stelle mittlerweile einen "High-Tech-Baustoff" dar. Nicht reagieren, sondern agieren heiße, so Thater, schon seit Jahrzehnten das Geschäftsprinzip. So habe sich das Ziegelwerk schon vor Jahren auf die neue Wärmeschutzverordnung eingestellt. Thomas Thater sprach sich aber klar gegen eine Thermohaut aus. Nach einer Lebensdauer von maximal 30 Jahren stelle diese Sondermüll dar. Überhaupt müsse ein Baustoff ganzheitlich, ökologisch betrachtet werden. Man dürfe nicht nur die Energiebilanz sehen, sondern sollte Nutzung, Herstellungsmodalitäten und Rekultivierung in Relation setzen.

Auch Hubert Thater, zusammen mit seinem Bruder Geschäftsführer des Ziegelwerks, griff den Umweltgedanken auf. Industrielle Herstellungsprozesse seien, nach seinen Worten nicht umweltneutral. Vielmehr müssten die Belastungen so gering wie möglich gehalten werden. "Praktizierter Umweltschutz bedeutet nicht, vorgegebene Richtlinien zu erfüllen, sondern alles Erdenkliche zu unternehmen, um Boden, Wasser und Luft zu schützen". In Klosterbeuren sei man hier immer einen Schritt voraus. ein Beispiel stellen die jetzt vorgestellten Rauchgasreinigungsanlagen dar.

Weitere Maßnahmen waren beispielsweise Tunnelofen-Absauganlagen, geräuschgedämmte Stapler, "Flüster-LKWs" oder ein Regenrückhaltebecken mit Ölabscheider und Schlammfang. Dank eines funktionierenden Folienrücknahmesystems werde in Deutschland firmenintern eine Recyclingquote von nahezu 100 Prozent erreicht. Viel Lob gab es dann von Bayerns Umweltminister Dr. Thomas Goppel für die Ökobilanz des Unternehmens. Vor allem die vorausschauenden Investitionen bei gleichzeitiger Konkurrenzfähigkeit bezeichnete er als "mustergültig". Die Symbiose zwischen Betrieb, umgebender Landschaft und umweltschützenden Maßnahmen bezeichnete Goppel als idealtypisch - ein Vorzeigebetrieb. Die Bedeutung des Ziegelwerks für den Fuggermarkt dokumentiere nicht nur die Anwesenheit des fast kompletten Marktrats, sondern vielmehr auch Bürgermeister Theo Lehner, der, an die Gebrüder Thater gerichtet, ausführte: "Wenn es Ihnen gut geht, geht es auch dem Markt Babenhausen gut". Damit spielte er auf das Gewerbesteueraufkommen an, das die Kommune dringend benötige. Auch Lehner würdigte das "vorbildliche Engagement auf dem Umweltschutzsektor, bei dem stets mehr getan wurde, als es der Gesetzgeber verlange.

WEGWEISER

Rauchgasreinigungsanlage - Was ist das?

Babenhausen/Klosterbeuren (fs). Im Rahmen der Betriebsbesichtigung mit Bayerns Umweltminister Dr. Thomas Goppel erläuterte der Geschäftsführer Hubert Thater die Wirkungsweise der Rauchgasreinigungsanlage, die vor zwei Jahren beschlossen wurde und vor kurzem in Betrieb ging. Das Rauchgas aus den Ziegelbrennöfen wird zuerst in dem sogenannten Thermoreaktor von rund 170 Grad auf etwa 800 Grad Celsius erhitzt. Dabei werden bei einer Haltezeit von mindestens einer Sekunde sämtliche organischen Kohlenstoff- und Wasserstoffverbindungen aufoxidiert. Das somit gereinigte Abgas wird anlagenintern durch keramische Füllkörper wieder auf 40 Grad über Eingangstemperatur abgekühlt. Im anschließenden Fluorfilter binden Kalkschüttungen die anorganischen Schadstoffkomponenten chemisch. Bevor das so behandelte Reingas den Kamin verläßt, kühlen es sogenannte Wärmetauscher auf zirke 120 Grad herunter. Die dabei gewonnene Wärme dient wieder zu Trocknungszwecken.

Schon nach kurzer Betriebszeit, so Hubert Thater, hätten Messungen ergeben, daß das gewünschte Ziel, nämlich die Unterschreitung der gesetzlichen Grenzwerte um 90 bis 99 Prozent erreicht sei. Damit habe sich die Investition, für die es weder Zuschüsse, noch zinsvergünstigte Darlehen gab, als "für die gesamte Branche richtungsweisend" erwiesen.

Quelle: Illertisser Zeitung | 12.07.1994